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Resteecke - oder übrig gebliebene Seitenfragmente

Ein Prototyp eines Frequenzzählers, aufgebaut auf einem selbst entwickelten Prototyp-Board mit einem Xilinx XC9536XL, zwei Xilinx XC9572XR, einem Atmel Atmega8 und einem LC-Display. In diesem Beispiel zählt er direkt bis 40 MHz. 100 MHz zählt er auch schon ohne Probleme.
Die Lötseite des Prototyp-Boards mit den drei CPLDs. Links der 36er, mitte und rechts die beiden 72er. Die Zahlen stehen für die Anzahl der Makrozellen, die die jeweiligen CPLDs der Reihe XC9500XL enthalten. Es gibt sie übrigens auch im PLCC44-Gehäuse.
Das Prototyp-Board in einem früheren, noch unfertigen Zustand des Zusammenbaus. Deutlich zu sehen sind die Buchsenleisten, in die die Kabel zur Verbindung der Komponenten eingesteckt werden können. Ich verwende tatsächlich soche Kabel, wie sie auch bei den Steckbrettern verwendet werden. Der linke Kühlkörper kühlt den Spannungsregler für 3,3 V und der rechte Kühlkörper entzieht dem 5-V-Regler die überschüssige Wärme. Kleinere Kühlkörper hätten jedoch auch gereicht!
Hier noch ein Bild aus der Leiterplattenfertigung: zu sehen ist der Positiv-Ausdruck der Lötseite auf Pergamentpapier. Das Bild wurde nicht, wie man auf den ersten Blick vermuten könnten, in einem Raum mit Gelblicht aufgenommen, sondern ich hatte es vielmehr versäumt, den Weißabgleich meiner neuen Kamera korrekt zu bedienen.
Dieses Bild zeigt, wie es mir gelungen ist, nach dem Ausrichten des ICs das erste Beinchen anzulöten. Irgendwie habe ich es geschafft, daß sich dabei das Bauteil nicht bewegt hat. Und das nicht nur einmal, sondern dreimal. Trotdem - ein 40-poliges DIL-Gehäuse löte ich immer noch zehn mal schneller an, als dieses 44-polige SMD-Gehäuse mit einem immer noch komfortablen Abstand der Beinchen von 0,8 mm.
Dieser Adapter, der auf den Drucker-Port eines PCs gesteckt wird, dient dazu, die CPLDs zu programmieren. Er besteht aus handelsüblichen Teilen und kann daher leicht aufgebaut werden. Notfalls auch auf eine Lochrasterplatte, wenn es einem gelingt, die Beinchen der Sub-D-Buchse neu auszurichten.
Hier nochmal die Platine des Download-Kabels von der Lötseite. Die Entwicklungssoftware, die man sich nach Registrierung frei bei Xilinx herunterladen kann (momentan ist es das Web Pack 6.2) enthält auch eine Programmiersoftware, die das Parallel-Kabel III unterstützt. Das hier gezeigte Kabel ist dazu kompatibel.
Zum Abschluß noch ein Bild der Steuereinheit zu einem HF-Signalgenerator. Deutlich zu sehen die beiden Trafos, die zusammen mit der Gleichrichtung, Glättung und Spannungsregelung den größten Platz einnehmen. Neben 5 V für den vorne rechts angeorndeten Atmel Atmega8 werden noch 12 V für den hier nicht dargestellten Oszillator sowie rund 30 V für die Abstimmspannung dieses Oszillators aufbereitet. Der PLL-basierte Oszillator wird über ein I2C-Interface auf eine Frequenz zwischen 700 und 1400 MHz eingestellt.
Auch diese Platine entstand an meinem PC unter Verwendung des bekannten Programms Eagle, mit dem einerseits der Schaltplan erstellt wurde, und andererseits das Layout. Daß die Platine blau ist, ist keine Absicht meinerseits. Ich habe sie wohl zufällig so erwischt. Hinterher habe ich erfahren, daß Bungard, der Lieferant, tatsächlich Basismaterial in der Farbe der Firma anbietet. Daß diese Platine selbstgemacht ist, sieht man auch daran, daß der Schutzring um den 235-V-Bereich am rechten Rand etwas unsauber ist. Dort war die Platine im Rahmen zum Ätzgerät gehaltert.

Fazit: Mit dieser kleinen Serie, die ich in den nächsten Wochen und Monaten weiter ausbauen will, möchte ich zeigen, daß es mit amateurmäßigen Mitteln möglich ist, an der Entwicklung der aktuellen Halbleitertechnik immer noch teilzunehmen. Ich denke sogar, daß es momentan leichter geworden ist, sowohl nützliche Schaltungen mit Microcontrollern (etwa Atmel AVR-Prozessoren oder auch die PIC-Prozessoren von Microchip) als auch komplexe Logikschaltungen zu realisieren als vielleicht vor 5 Jahren. Nach meinen (subjektiven Eindruck) verschwanden die einfachen Prozessoren der 8-Bit-Ära mehr und mehr, und die Prozessoren der PCs hatten schon damals eine Komplexität, die einen Einsatz in Bastelprojekten illusorisch (und auch unsinnig) erscheinen ließen. Auch CPLDs, die konfigurierbaren Nachfolger der ASICS haben das Potential, TTL-Gräber selbst im Hobby-Bereich zu ersetzen.

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